DiY: Chamois Creme

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Chamois Creme ist im Radsport der etwas schickere Begriff für „Gesäßcreme“. Und wer regelmäßig mehrere Stunden auf einem nicht allzu gut gepolsterten Rennradsattel unterwegs ist, für den ist Gesäßcreme ein überaus wichtiges Accessoire.

Für dein Sitzleder?

Chamois ist allerdings nicht die französische Bezeichnung für Gesäß, sondern steht für Sitzleder. Ursprünglich wurde Chamois Creme nämlich nicht für den Allerwertesten verwendet, sondern diente dem Einfetten des Sitzleders (franz. Chamois = Waschleder oder auch Gamsleder) das vor Jahrzehnten (oder Jahrhunderten?) in den Radhosen verbaut war.

Auch heute gehen die Meinungen darüber auseinander, ob die Gesäßcreme nun wirklich auf das Gesäß und andere intime Stellen aufgetragen werden soll, oder eher auf das Polster der Radhose – oder gleich Beides? Auf diese tiefgründige Debatte möchte ich hier allerdings nicht näher eingehen (da das direkte Auftragen auf den Po die einzig wahre Lösung ist). Stattdessen teile ich ein tolles Rezept für eine solche Creme in Eigenherstellung.

Chamois Creme kaufen?

Angemerkt sei noch, dass es zahlreiche Hersteller von Chamois Cremes gibt. Ich habe bereits mehrere davon ausprobiert und war jedenfalls mit den teureren Cremes ganz zufrieden (von günstigerer „Hirschtalgcreme“ rate ich dringend ab, nicht nur aus Gründen des Tierschutzes). Leider sind die Cremes mit um die 16 Euro für 100ml echt richtig teuer und enthalten viele künstliche Inhaltsstoffe. Das hier vorgestellte Rezept wurde von mir ausgiebig und erfolgreich auf kurzen und langen Strecken, im Training wie auch im Wettkampf getestet (demnächst auch bei der der Tour de Friends). Positiv fällt auf, dass es durch seine festere Konsistenz nicht den volle-Windel-Effekt manch anderer Cremes (z.B. Assos) hat. Auch preislich ist die DiY Variante deutlich günstiger. Zwar sind einzelne Zutaten erstmal recht teuer, aber man kann auch viel Chamois Creme damit machen. So komme ich für 100ml der eigenen Creme auf ca. 5 Euro.

Eine vegane Fettbasis?

Im Internet finden sich bereits einige Rezepte für Chamois Creme auf englischsprachigen Cycling Blogs (z.B. hier und hier). Das folgende Rezept basiert auf einer Zusammenschau verschiedener Rezepte, verwendet aber eine andere Fettbasis als die meisten davon, nämlich Bienenwachs. Bienenwachs ist streng genommen nicht vegan, weil es von Tieren „gewonnen“ wird.

Ich habe mich mit der Gewinnung von Bienenwachs auseinandergesetzt und finde die Verwendung ok. Bienenwachs wird dadurch hergestellt, dass den Bienenstöcken alte Waben entnommen werden, die dann gereinigt werden. In der freien Natur würden Bienen diese alten, „dreckigen“ Waben einfach zurücklassen und sich ein neues Zuhause bauen. Obwohl es sich bei Bienenwachs also um ein Abfallprodukt der Bienen handelt, sollte man bei der Auswahl der Hersteller_innen aufpassen. Utopia rät dazu, nur in Bio-Qualität und von regionalen Imker_innen zu kaufen, die die Bienen nicht ausbeuten, indem sie etwa in Massenproduktion Honig und Wachs herstellen. Damit unterstützt man diese Imker_innen und leistet einen Beitrag zum Erhalt der bedrohten Honigbiene. Mein Bienenwachs kommt von Malte Eismann aus Neukölln und erfüllt diese Bedingungen.

Rezept für 130g/130ml Chamois Creme

Grundzutaten:
  • 40 g Sheabutter oder Kakaobutter (siehe dazu, was man beim Kauf beachten sollte hier)
  • 30 g Traubenkernöl
  • 30 g Bienenwachs
  • 20 g Sonnenblumenöl
  • 10 g Kokosöl
Extras (jeweils 5-10 Tropfen):
  • Minzöl (für die Kühlung und einen frischen Geruch)
  • Teebaumöl (beruhigend und heilend)
  • Lavendelöl (beruhigend und heilend)
Zubereitung:

Hat man alle Zutaten ist die Herstellung der Creme sehr einfach.

  1. Alle Grundzutaten in ein hitzeresistentes Gefäß geben (z.B. kleiner Topf) und in einem Wasserbad langsam zum Schmelzen bringen. Gelegentlich umrühren.
  2. Das Gemisch langsam abkühlen lassen und gelegentlich rühren. Wenn es etwas abgekühlt ist, die gewünschten Extrazutaten untermischen und rühren. Noch in flüssigem Zustand in ein Gefäß eurer Wahl zur Lagerung geben (z.B. Marmeladenglas, alte Cremedose etc.)
  3. Auf empfindliche Stellen (oder Hosenpolster) auftragen. Händewaschen und losradeln.

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