Wenn Utopien wahr werden

Kennt ihr das, wenn ihr über irgendwas schimpft, euch über den Status Quo aufregt, oder leidenschaftlich für etwas argumentiert – und dafür belächelt werdet? Es ist halt wie es ist. Da lässt sich nun wirklich nichts dran ändern. Sieh das doch ein. Du verschwendest nur deine Energie.

Und dann wird die Utopie wahr?

Zum Beispiel.

Wenn Velothon ist und die Straßen frei von Auto-Massen. Überall glatter Asphalt, so weit das Auge reicht. Drei Spuren nur für mich und meine Mit-Radler_innen. Die Ampeln schweigen. Die ganze Stadt scheint aufzuatmen.

Oder.

Wenn das größte Museum für deutsche Geschichte in Berlin die deutsche Kolonialvergangenheit aus dem Kasten holt und dem Thema eine ganze Ausstellung widmet. Mit dezidierter Kolonialismuskritik im gestern und heute. Mit über 500 Exponaten. Und prominenten Stimmen Schwarzer Deutscher.

Oder.

Gestern. Wir sind in einem italienischen Restaurant in Neukölln. Die Speisekarte ist komplett vegan, die verwendeten Produkte bio und fair, das Team kollektiv organisiert. Die Pizza schmeckt traumhaft. Auf dem Weg zur Toilette habe ich die Auswahl zwischen „hier kannst du sitzen und stehen“ und „hier kannst du sitzen und reinrollen“.

Und ich denke: Na also, geht doch.

Kennt ihr das, wenn eure Utopien plötzlich wahr werden? Wenn das Außen mit dem Innen harmoniert?

Mich lassen diese utopisch-wahren Augenblicke hoffen. Dass sich der Status Quo ändert und meine Energie irgendwo ankommt.

 

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