Rezension: Gutbürgerliche vegane Küche – „dreizehn daheim“

Über Kochbücher freut man sich, wenn man sie geschenkt bekommt, kocht hochmotiviert ein oder zwei Rezepte. Dann verstauben sie im Küchenregal. Irgendwann wandern sie in die Verschenkekiste oder finden ihren Weg auf Tauschticket.de. Das Kochbuch dreizehn daheim aber ist anders.

Das schöne Werk des Küchenteams des Café Dreizehn in Augsburg entstand während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020. Seit es letzten November als Geschenk zu uns fand, haben wir bereits über die Hälfte der 120 veganen Rezepte selber ausprobiert. Wir könnten also wohl eine Dreizehn Dependance in Berlin-Wedding aufmachen, würden wir das gekochte und gebackene nicht lieber selbst mampfen (während wir dies schreiben lassen wir uns den saftigen Zitronenkuchen schmecken).

Das Buch ist inhaltlich sehr vielfältig. Neben tollen Rezepten bei „Fernweh“ wie Spinatbörek, Moussaka, und Erdnuss Curry, haben uns besonders die Schmankerl aus dem veganen Wirtshaus angesprochen. Von Zwiebelkuchen, über Krautkrapfen, bis zum aufwendigeren Cashewbär (eine vegane Adaption von Backcamembert auf Cashew-Basis). Letzteren bereiten wir mittlerweile kiloweise zu und frieren ihn auf Vorrat ein. Auch Blaukrautsalat, mehlfreies Nussbrot und Obazda haben Eingang in unser Standardrepertoire gefunden.

Das Tolle an den Rezepten ist auch, dass häufig kleine Geheimtipps verraten werden, die den feinen Unterschied machen. So besteht das Geheimnis des Blaukrautsalats im sehr feinen Hobeln und Kneten des Krauts in Salz und Essig. Das gilt auch für die Teigrezepte. So haben wir es nach jahrelangem Herumprobieren endlich geschafft gute fluffige Burgerbrötchen zu backen, zusammen mit dem leckeren Rezept für die Burger Bratlinge ergibt das 1A vegane Burger.

Als Anfänger*in im veganen Kochen wird man sich sicherlich einige neue Zutaten beschaffen müssen (z.B. Flohsamenschalen und Lupinenmehl). Kocht man schon länger vegan ist aber erstaunlich, wie gut man mit dem Buch klarkommt, ohne erstmal viele teure Spezialzutaten kaufen zu müssen.

Nur bei den Backrezepten hätten wir uns noch selbst-gemischte Alternativen zu häufig überflüssigen Backmischungen, wie Puddingpulver (Stärke, Zucker und Kakao/Vanille) oder Vanillezucker (Vanilleextrakt + Zucker), gewünscht. Auch zum Haltbarmachen könnten, in einer hoffentlich folgenden zweiten Auflage, noch Ergänzungen gemacht werden. So haben wir rausgefunden, dass sich Cashewbär super einfrieren lässt ohne an Geschmack zu verlieren.

Schließlich ist uns der undogmatische Ansatz zu Veganismus („Kompromissmus“) sympathisch. Insgesamt sind wir also sehr begeistert von diesem Werk. Das Buch ist ein Beispiel dafür, dass selbst aus einer globalen Krise wie der Corona-Pandemie, etwas Gutes und Schönes entstehen kann. Uns werden sicherlich auch die noch offenen 60 Rezepte die restliche Zeit „daheim“ in der Pandemie schmackhaft machen.


Zu kaufen gibt es das Buch für 30 Euro entweder im Café selbst oder in einem der folgenden Läden in Augsburg:

Alle, die nicht in Augsburg wohnen, können an book@muehle-dreizehn.de schreiben und die netten Leute aus dem Café schicken das Buch gegen 5 Euro Versandkosten-Aufschlag zu.

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